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Foto: Monika Schulz-Fieguth
Christa Müller
geb. 8.3.1936  gest. 2.10.2021



E-Mail. Christa@hufblitz.de  Christoph@hufblitznetz.de



Die Lesung am 8. Mai 2022: YouTube.
Der 8. Mai ist ja der Tag der Befreiung vom Hitlerfaschismus. Das war ein wichtiger Tag für unsere Mutter.
Wir treffen uns um 14 Uhr am Sowjetische Ehrenmal am Bassinplatz in Potsdam.
Dort findet eine Gedenkfeier statt.
Im Anschluss machen wir vor Ort
eine private Lesung.
Wir lesen aus die 1978 geschriebene Geschichte von Christa Müller "Reise nach Leningrad".

Erzählt wird dort eine Nachkriegsgeschichte von Gertraud, die von Rostock nach Leningrad mit ein Schiff reist, um ihren gefallenen Vater zu besuchen, wohl wissend, dass es da überhaupt keine Gedenkstätte für deutsche Soldaten gibt und dort irgendwo unter einem Acker begraben liegt, der bestimmt wohl mehrfach überpflügt wurde.


Ihre Ruhestätte auf dem Südwestkirchhof

VITA - Ihr Lebenslauf

Am 8.3.1936 wurde sie in Leipzig geboren und dort als Kriegskind aufgewachsen. Nach der Schule machte sie eine Ausbildung zur Buchbinderin und nach dem Krieg an der Arbeiter- und Bauernfakultät ihr Abitur .
Danach studierte sie in Dresden vier Semester Arbeitspsychologie, bevor sie nach Babelsberg an die Deutsche Hochschule für Filmkunst - heute die Filmuniversität - wechselte, um Filmdramaturgie zu studieren. 1962 schloss sie mit dem Diplom ab und ging danach zum VEB DEFA Studio für Spielfilme.
Hier arbeitete sie als
Archivarin,

Regieassistentin
"Christine", 1963/ Regie: Slatan Dudow.
Sie schrieb: Erinnerung an Slatan Dudow In: Leuchtkraft 2020, Journal der DEFA-Stiftung: 3, Seiten 121-126.

Weiterhin war sie Dramaturgin
"Zum Beispiel Josef", 1973/ Regie: Erwin Stranka;
"Leben mit Uwe", 1974/ Regie: Lothar Warneke

Sie arbeitete mit am Drehbuch
"Unser kurzes Leben" 1980/81/ Regie: Peter Rocha
"Sonst Wären wir verloren", 1983/ Regie: Peter Rocha

und sie war Filmautorin  (Szenarium)
"Der Traum vom Elch", 1984/ Regie: Siegfried Kühn.
"Ein Mädchen aus Schnee" 1978/ Regie: Hannelore Unterberg

Sie arbeitete auch für die Schublade im DEFA-Filmstudio. 
So arbeitete sie an ein Projekt über "Rosa Luxemburg". Der Film wurde nicht gedreht. Margarethe von Trotta drehte 1986 in Westdeutschland in Kooperation mit der CSSR zu diesen Thema ein Film.

An Hörspielproduktionen des Rundfunk der DDR wirkte sie mit: "Schritt aus dem Paradies", "Winternacht-Traum" und "Tapfer Leben"

Sie war eine allein erziehende Mutter von drei Kinder.

Mit der Umwandlung des VEB DEFA in eine Kapitalgesellschaft wurde sie zum 31.12.1990 entlassen und blieb bis zur Rente im April 1996 arbeitslos.
Der Filmregisseur Volker Schlöndorff erstellte 1991 ein Präsentationsfilm vom Filmstudio in Babelsberg für potentielle Investoren.
Dazu wurde der Christa eine Mitarbeit angeboten, welche sie jedoch ablehnte.

Ihre Lyrik veröffentlichte sie seit 1970 in Zeitungen und Anthologien. Prosa von ihr war erstmals 1973 in "Voranmeldung" zu lesen, einer Reihe für Autorinnen und Autoren, die noch kein eigenes Buch veröffentlicht haben.

Zusammen mit Reiner Putzger und Maria Seidemann: "Kieselsteine" (Gedichte 1975, Aufbauverlag)
"Teufel im Kuhstall" (Zwei Geschichten 1978, Verlag Tribüne Berlin)
"Vertreibung aus dem Paradies" (Erzählungen 1979, Aufbau), weitere Prosa zwischen 1980 und 1989 in Anthologien 
"Die Verwandlung der Liebe" (Erzählung 1990, Aufbau )
"Tango ohne Männer" ( Roman 1998, DVS Frankfurt/M. )
"Jahrtausendwechsel" (Erzählung 2000, in Die Scheune als neuer literarischer Raum III, Edition Anton Berg, Katlenburg, Herausgeber: Pastor Weskott)
und in Schriftzüge, Brandenburgische Blätter für Kunst und Literatur 7
Gedichte in " Und hab kein Gewehr" ( Anth., drei-Eck-Verlag Bochum; Heilbronn 2000, Herausgeber: Leipziger Literaturkreis)
Gedichte in "Silberdistel" 4 (2000) und 6 (2002), (Anth. Herausgeber: Literatur-Kollegium Brandenburg e.V.)  

  Am 2. Oktober 2021 um 13:30 Uhr starb sie in Potsdam im St. Josef Krankenhaus.

Sie hatte noch viel vor! "Christa wollte viel älter werden" überschreibt die Märkische Allgemeine ihren Nachruf am 13. Oktober 2021.

Nach ihr Tod wurden von ihr drei Gedichte in Schriftzüge - Brandenburgische Blätter für Kunst und Literatur 14 veröffentlicht.

Christa Müller ist auch auf Wikipedia präsent.